Frischer Wind durch eStandards in der Heimbeatmung

Zur optimalen ganzheitlichen Versorgung von Menschen mit außerklinischer Beatmung unter Berücksichtigung der aktuellen Voraussetzungen bedarf es der Schaffung einer effizienten und effektiven Vernetzung der beteiligten Akteurinnen und Akteure. Eine innovative Alternative zu den allgemein vorherrschenden schlecht vernetzten Dokumentations-und Kommunikationslösungen wird dabei dringend benötigt. Die Entwicklung und Nutzung moderner eHealth-Anwendungen ist für das interdisziplinär geprägte Einsatzgebiet der außerklinischen Beatmung ein vielversprechender Ansatz. In diesem Zusammenhang bilden etablierte eHealth-Standards die Basis der innovativen technischen Applikation.

Im Rahmen des vorliegenden Projektes soll eine neue Art der funktionalen, intersektoralen und interprofessionellen Vernetzung durch die Konzeption und den Einsatz einer auf offenen eHealth-Standards gründenden und web-basierten Softwarelösung unter der Bezeichnung eVent@home realisiert werden. Der gewählte Name beschreibt eine moderne eHealth-basierte („e“) Dokumentations- und Kommunikationslösung für Beatmungspatientinnen und -patienten („Vent“ für Ventilator (engl. Beatmungsgerät)) im häuslichen Umfeld („@home“). Es wird erwartet, dass das neu entwickelte Produkt in der Lage ist eine interoperable Versorgungsstruktur aufzubauen, in der alle Stakeholder interaktiv und nutzenorientiert miteinander vernetzt sind.

Die eVent@home –Softwarelösung

Das Ziel des Projektes eVent@home ist die ganzheitliche Versorgung von Menschen mit außerklinischer Beatmung durch die Schaffung einer standardisierten, elektronischen Dokumentations- und Vernetzungslösung zu optimieren. Die Dokumentations- und Kommunikationsprozesse zwischen dem ambulanten und stationären, akutmedizinischen Sektor sollen nachhaltig verbessert werden, da insbesondere bei dieser Patientengruppe ein medienbruchfreies, funktionales Überleitungsmanagement (Klinik → ambulante Versorgung) von zentraler Bedeutung ist. Dabei sollen die Qualität der Versorgung erhöht, die interaktive Teilnahme aller Beteiligten am Versorgungsprozess ermöglicht und Kosteneinsparungen erzielt werden können. Die beteiligten Akteurinnen und Akteure sollen durch ein innovatives Produkt mit standardisierter und international anwendbarer Schnittstellenspezifikationen unterstützt werden und maßgeblich und nachhaltig profitieren.

Moderne eHealth-Standards sollen effektiv und in geeigneter Weise entlang des gesamten Versorgungsprozesses zur Anwendung kommen. Geltende Rahmenbedingungen und in der Praxis bewährte Workflows unterschiedlichster Art sowie der aktive Einbezug der Patientinnen, Patienten und Angehörigen sollen dabei von Beginn an umfassend Berücksichtigung finden. Das auf dieser Basis abzuleitende, generische Soll-Konzept wird in Form eines HL7 Clinical Document Architecture Implementierungsleitfadens im Rahmen der IHE Standardisierungs- und Harmonisierungsinitiative veröffentlicht und soll Anwenderinnen und Anwender bei der Umsetzung unterstützen. Bei der Erstellung des Implementierungsleitfadens werden Aspekte zur Genderkonformität, Inklusion und Kultursensibilität explizit berücksichtigt.